Die Geschichte der Firma Pola:
Das Unternehmen Pola (Fabrikation feiner Modellspielwaren) wurde im Jahr 1957 von Horst Pollak, Kaufmann aus Schweinfurt, gegründet.
Anfang der 60er Jahre begann dann, aus Kostengründen, die gemeinsame Produktion von Kunststoffbausätzen, u.a. in Zusammenarbeit mit der Firma Vau-pe in Neukirchen Kreis Ziegenhain (Nordhessen). Produziert wurden Gebäude für die Spurweiten H0, TT, N und 2.
Hier gibt es mehr Informationen über Vau-Pe und die Zusammenarbeit mit POLA.
Später wurde der Firmensitz nach Rothhausen/Franken verlegt. Der 49-jährige Firmengründer verunglückte am 16. April 1985 bei einem Flugzeugabsturz in der Nähe von Zell am Ebersberg tödlich. Zu diesem Zeitpunkt waren 70 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt. Der Absturz läutete auch den Untergang der Firma Pola Modellspielwaren aus Rothhausen ein.
Nach dem Tode von Herrn Pollak übernahm der Diplomkaufmann Otto-Andreas Schrüfer aus München die Firma (nun: Pola-Spiel-und Freizeitartikel GmbH). Auch diesem Inhaber war bedauerlicher Weise kein langes Leben vergönnt. Als der damals 58-jährigen Kaufmanns Otto Andreas Schrüfer am 13. Januar 1999 starb, war der letzte Besitzer von der Pola Tod. Das Produktionsgebäude mit den Büroräumen wurde nach dem Ende der Modellbausatz-Firma verkauft.
Im Zeitraum von 1986 bis 1992 war Herr Dr. René F. Wilfer Geschäftsführer in Hause Pola. Die aus dieser Zeit stammenden POLA Exclusiv-Modelle tragen auf den ihnen beiliegenden Zertifikaten darum auch seine Unterschrift. Seit dem 1.Mai 1992 ist Dr. René F. Wilfer Inhaber und Geschäftsführer der "PIKO Spielwaren GmbH" und führt dieses Unternehmen sehr erfolgreich. Ein Blick auf das bemerkenswerte Sortiment an Piko Bausätzen, rund um die gängigen Spurweiten, ist durchaus eine Empfehlung. Hier zeigt sich das eine Qualität, wie sie der POLA-Liehaber schätzt, durchaus auch heute noch hergestellt wird.
Hier geht es zu den PIKO Bausätzen:
Zeitweise wurden bei POLA auch Eisenbahnmodelle im Maßstab 0 produziert und diese in Zusammenarbeit mit Rivarossi unter dem Namen Pola-Maxi vertrieben. Später erschienen einige dieser Modelle als Bausätze unter dem Namen Rai-Mo.
Die POLA Bausätze wurden noch bis zum Erscheinen des Kataloges 1972/73 unter den Namen: POLA N sowie POLA >>Quick<< H0 und POLA Maxi (für die Spur 0) geführt.

![]()
Im Jahr 1982, zum 25-jährigen Firmenjubiläum, werden die POLA Jubiläumsmodelle aufgelegt.
Hier ein Katalogbild aus dem 1883er Katalog
(anklicken zum Vergrössern)
![]()
Im Jahr 1983 führt POLA die charakteristische blaue Verpackung ein. Die legendären "Meistermodelle" sind geboren.
Hier ein Katalogbild aus dem 1884er Katalog
(anklicken zum Vergrössern)
![]()
Bilder der Fabrikation der Firma Pola:
Diese Aufnahmen entstammen einem Katalog aus dem Jahre 1979 und geben einen flüchtigen Einblick in die damalige Produktion der bis heute noch beliebten Bausätze.
|
|
Ansicht der neuen Fertigungshalle. Links im Bild ein paar Damen bei der Pause und ein Gabelstapler mit Säcken voller Kunststoff-Granulat. |
|
Die Halle diente ebenfalls als Lagerfläche für die zur Auslieferung bereit stehenden Bausätze |
|
|
|
Die Kunststoffspritzerei. Hierbei scheint es sich aber noch um ein Bild aus einem ältern Firmengebäude zu handeln. |
|
Zusammenstellung der Bausätze. |
|
|
|
Verpackung und Endkontrolle |
![]()
Pola das Ende:
Nachdem die Firma Pola in die Insolvenz musste, ging das Bausatzprogramm am 1. Februar1997 an die Firma Gebrüder FALLER GmbH über, diese übernahm die Markenrechte und die gesamten Spritzformen in H0, N und G. nicht aber Grundstücke, Gebäude und Arbeitsplätze. 30 Mitarbeiter wurden entlassen. Die Produktionsstätte in Rothhausen wurde geschlossen. Ein Teil der ursprünglichen Pola Bausätze findet sich noch heute, in abgewandelter Ausführung, im Programm der Firma Faller wieder.
![]()
Und so sieht es heute leider auf dem ehemaligen Werksgelände aus:
Produktionshalle der ehemaligen Firma POLA in Rothhausen im März 2010
Diese Fotos habe ich auf einer Reise die mich durch Rothhausen führte machen können.
In der Montage- und Fertigungshalle hat nun eine Beschallungsfirma ihr Domizil.
![]()
Pola heute:
Heute werden die Pola Produkte im Hause Faller produziert.
Während einer Übergangszeit, wurden die nun von FALLER produzierten Bausätze, nicht mehr in der ursprünglich dunkelblauen Verpackung mit Produktfoto vertrieben. Der Karton war nun komplett bebildert, ohne den typischen dunkelblauen Rand um das Produktfoto herum. Die 3 stellige Nummerierung wurde dann im Katalog 2000/2001 auf das 6-stellige, Schema umgestellt. Ein H0 Bausatz der vorher die Nummer 664 trug bekam fortan die Nummer 310664. Die vorangestellte 310 kennzeichnete die H0 Bausätze, für die Spur N Artikel wurde eine 320 der ursprünglichen Nummer vorangestellt.
Der ursprünglich von POLA geprägte Begriff "Meistermodell" wurde unter FALLER durch das moderner wirkende "Masterline" ersetzt.
Das POLA H0 und N Programm lief im Jahre 2005 aus. Nach dieser Zeit verschwanden das POLA Logo und der Markenname POLA, für H0 und N Bausätze komplett. Die Bausätze wurden fortan unter dem Markennamen FALLER vertrieben.
Die gängigsten und formtechnisch tragbaren Modelle, in den Spurweiten H0 (Maßstab 1:87) und N (Maßstab 1:160), wurden später als Neuheiten in das Faller Programm übernommen.
So ist es Liebhabern der POLA Stadthäuser heute noch möglich eine Paradies-Bar, ein Stadtkino, eine Pizzeria oder gar einen Nachtclub "Lila Eule" zu erwerben. Diese und weitere Modelle werden in ähnlicher Anmutung, allerdings in geänderter Farbgebung vertrieben und finden auch heute noch sehr guten Anklang.
Unter dem Namen POLA G werden weiterhin Produkte für die Spurweite G (Maßstab 1:22,5) von Faller für den Grossbahnliebhaber hergestellt.
![]()
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel POLA (Modellbau) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.